
Berliner Tagesspiegel
Wenn Musik die Kunst des Beugens von Zeit ist, ist der Berliner Schlagzeuger Nathan Ott ein Zeitdehner. Denn manchmal ist es in seiner Musik so, als könnte man den Raum zwischen zwei Schlägen betreten, sich umschauen, die Texturen betrachten. Derart ist die Ruhe, die von seinem Spiel ausgeht. Harte Brüche sucht der Bandleader eher an den Grenzen von Disziplinen.
Hamburger Abendblatt
Wer den Jazz lang genug liebt, dass er (oder sie) Elvin Jones noch live erlebt hat, der wird in der unbändigen physischen Präsenz und Musikalität von Nathan Ott etwas wiederfinden vom Geheimnis, vom Drive und vom Pulse des Trommelkraftwerks.
Stefan Michalzik / FAZ
Zu den hörenswertesten jüngeren, explizit kammermusikalischen Ensembles im europäischen Jazz gehört das Quartett um den in Berlin lebenden Schlagzeuger Nathan Ott. Seine Musik ist faszinierend unorthodox und zeitgenössisch, dabei durchaus einer Tradition verhaftet. Bemerkenswert, wie atmosphärisch dicht die Bögen gespannt werden.
Wolfgang Sandner / FAZ
Jeder Musiker muss wohl seine Antenne permanent in die Richtung der anderen drei ausgerichtet haben, um auf die leiseste Klanguance in diesem unauslöslichen Mixturen aus kompositorischen und improvisatorischen Teilen reagieren zu können. Zugleich arbeiteten alle beharrlich an ihren autarken Parts für das Werk als Ganzes. Was entstand, war ein phantastisches Geflecht kontrapunktischer Linien, die bisweilen unausweichlich auf Stimmführungsdissonanzen zusteuerten: Eine mächtige Polyphonie voller Reibungen, homophoner Sätze, wunderlicher Zusammenklänge und doch stets hörbar musikalischer Logik verpflichtet. Wie bei Bach. Nur eben im Jazz-Idiom.
Thomas Mau / WDR 3
Kein Ton ist hier zu viel, alles ist auf das Nötigste beschränkt – aber das mit einer Intensität, die ihresgleichen sucht!
