BIOGRAFIE

Nathan Ott, geboren am 29. Mai 1989, wuchs in einer musikalischen Familie auf, und begann nach langjährigen Erfahrungen als klassischer Geiger mit 18 Jahren, Schlagzeug zu spielen, nachdem er ein Konzert von Dave Liebman auf dem Augsburger Jazzsommer erlebt hatte.

Nach seinem Abitur und einer einjährigen Karenzzeit, in der er sich auf die Anforderungen eines Jazzstudiums vorbereitete, fand er an der Musikhochschule in Würzburg mit Billy Elgart einen Mentor, der ihn lehrte, im Spiel verstärkt nach innen zu hören. 2011 zog es ihn nach Hamburg, wo er an der Hochschule für Musik und Theater bei Holger Nell sein Studium abschloss und  rasch zu einer treibenden Kraft der Szene avancierte. Dort schloss sich ein großer Kreis, als er durch die Jazz Federation Hamburg 2016 erstmals mit Dave Liebman auf der Bühne zusammengebracht wurde – der Beginn einer langjährigen und äußerst fruchtbaren musikalischen Beziehung. Nach seinen Studienjahren ist der mittlerweile reich mit Preisen belohnte Newcomer über geographische und Generationsgrenzen hinweg sehr gefragt als kraftvoller, rhythmisch hochelastischer und äußerst farbenreich phrasierender Instrumentalist, ein Schlagzeuger zudem, der den Errungenschaften des klassischen afroamerikanischen Jazz mit großem Respekt gegenübertritt.

Im Quartett mit seinem langjährigem Mentor und musikalischem Wegbegleiter Dave Liebman sorgte der junge Bandleader, Schlagzeuger und Komponist mit seiner eigenen Vision 2016 erstmals für Aufsehen, indem er den Geist der legendären Lighthouse-Edition der Elvin Jones-Band der frühen 70er Jahre ins 21. Jahrhundert brachte und damit eindrucksvoll zeigte, wie fruchtbar eine solch generations-überschreitend interkontinentale Jazz-Begegnung sein kann.

Unter eigenem Namen sind bislang zwei Tonträger erschienen, die seine kompositorische Sprache im Zusammenspiel mit Dave Liebman, Sebastian Gille, Robert Landfermann / Jonas Westergaard dokumentieren. Ausgedehnte Konzerttourneen brachten das Ensemble auf einige der renommiertesten Jazz-Bühnen Europas und zeugen von der Kontinuität einer künstlerisch äußerst fruchtbaren Zusammenarbeit.

Des weiteren arbeitete er in seiner noch jungen Karriere mit Künstlern wie Richie Beirach, Doug Weiss, Ingmar Heller, Tobias Delius, Jan Roder, Christof Lauer, Christopher Dell, Rainer Böhm, Niels Klein, Vladislav Sendecki und Claus Stötter.

Im Verlauf mehrerer Studienaufenthalten in New York lernte Ott wichtige Lehrer und Mentoren wie Billy Hart, Adam Nussbaum, John Riley und Greg Hutchinson kennen, zu denen er bis heute in engem Kontakt steht.

Seit 2019 lebt er in Berlin und ist dort als freischaffender Musiker und Dozent für Jazz-Schlagzeug und Didaktik an der Akademie für Musik Berlin tätig.

 

Wer den Jazz lang genug liebt, dass er (oder sie) Elvin Jones noch live erlebt hat, der wird in der unbändigen physischen Präsenz und Musikalität von Nathan Ott etwas wiederfinden vom Geheimnis, vom Drive und vom Pulse des Trommelkraftwerks.

                                                                                                                

– Hamburger Abendblatt